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Rollenspiel - Was ist das?
Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, ein edler Ritter zu sein oder wie Siegfried zum Drachentöter zu werden? Wer wollte nicht schon einmal wie Sindbad über die Weltenmeere segeln oder wie Conan zum erfahrenen Kämpfer und Dieb werden? Wer wollte es nicht schon einmal Gandalf gleichtun und mit Magie Wunder bewirken oder wie Legolas immer ins Schwarze treffen?
In der Realität ist dieses natürlich nicht möglich. Dafür gibt es Rollenspiele!
Bei einem Rollenspiel treffen sich mehrere Personen und schlüpfen für eine begrenzte Zeit in die Rolle eines Abenteurers (auch als Spielerfigur oder Charakter bezeichnet), der auf seiner eigenen Welt (in diesem Falle die Welt Samyra) Abenteuer erlebt. Auf dieser Welt herrscht ein ständiger Kampf zwischen Gut und Böse. Es gibt Fabelwesen, übernatürliche Phänomene, Magie und Monster.
Die Handlungen des Abenteurers, der von einem Spieler geführt wird, finden nicht in der Realität statt, sondern in der Phantasie des Spielers. Die Würfel entscheiden, ob eine Aktion erfolgreich war oder ob der Abenteurer einen Fehler begangen hat.
Da man aber nicht einfach herumlaufen will, sondern auch etwas erleben möchte, übernimmt einer der Spieler die besondere Rolle des Spielleiters (s.u.).
Im Gegensatz zu anderen Spielen, z.B. Brettspielen, gibt es beim Rollenspiel keine festgelegten Handlungsmöglichkeiten, sondern den Spielern steht jede Aktion offen, die sie gerade machen möchten. Für bestimmte Handlungsabläufe, die öfter vorkommen, wie z.B. Kämpfe oder dem Anwenden von Magie, gibt es vorgeschriebene Regeln, die aber nur dann angewandt werden, wenn sich einer der Spieler entscheidet, seine Spielfigur diese Handlung durchführen zu lassen.
Richtig Spaß macht ein Rollenspiel aber erst, wenn sich eine feste Gruppe zu (mehr oder weniger) regelmäßigen Terminen trifft und mit den gleichen Figuren mehrere Abenteuer spielt. Es werden sich dann die Charakterzüge der Spielerfiguren erst richtig entwickeln und vertiefen. Außerdem verbessern sich durch das längere Spielen die Fähigkeiten der Charaktere und sie werden somit besser und stärker, um neue und schwerere Aufgaben zu meistern.
Der Spielleiter und die Abenteurer
Um ein Rollenspiel spielen zu können, muss sich als erstes mindestens einer der Mitspieler ausführlich mit den Regeln auseinandersetzen und sie verinnerlichen. Dieser Spieler sollte dann zumindest die ersten Sitzungen die Rolle des Spielleiters einnehmen und den anderen helfen, ihre Charaktere zu entwerfen.
Zum anderen ist es am Anfang ratsam, ein vorgefertigtes Abenteuer zu kaufen oder aus dem Internet herunter zu laden. Bei etwas mehr Erfahrung kann man auch ein eigenes entwerfen. Erfahrene Spielleiter können auch während der laufenden Spielsitzung ein Abenteuer improvisieren, indem sie auf die Handlungen und Bedürfnisse der Spieler reagieren. Dieses erfordert aber relativ gute Regelkenntnisse und einiges an spielerischem Geschick und bietet sich daher erst mit zunehmender Rollenspiel-Erfahrung an.
Ein Abenteuer umfasst mehrere Dinge. Es enthält zum einen die Hintergrundgeschichte, die erläutert, worum es eigentlich geht, was die Ziele und wer oder was die Gegner sind. Es enthält Informationen über sogenannte Nichtspielerfiguren, deren Werte und deren Charakterzüge und Handlungsweise. Anhand dieser Angaben weiß der Spielleiter dann während des aktiven Spiels, wie sich diese Figuren verhalten, wenn sie auf die Abenteurer treffen, oder was ihre Motivation ist bzw. welche Rolle sie im Abenteuer einnehmen.
Außerdem findet man in den Beschreibungen Abbildungen und Erklärungen von Örtlichkeiten, auf die die Spielerfiguren im Laufe des Abenteuers treffen können oder werden.
Alle Informationen in diesen Büchern sind in der Regel ausschließlich für den Spielleiter bestimmt. Einige Textstellen allerdings, wie z.B. Raumbeschreibungen, kann der Spielleiter bei entsprechender Gelegenheit aber auch laut vorlesen, um sich die Erklärung zu erleichtern. Auch ist es manchmal hilfreich, einen Raum aufzuzeichnen, um den Spielern einen besseren Überblick zu verschaffen.
An all diesen Punkten kann man schon ersehen, wie wichtig der Spielleiter für das Spiel ist. Er ist derjenige, der sämtliches Hintergrundwissen, das für das Abenteuer wichtig ist, besitzt und es in bestimmten Situationen an die Spieler weitergibt. Er ist zuständig für das gesamte Abenteuer, wie z.B. das Handeln der Nichtspielerfiguren und deren Reaktion auf die Aktionen der Spieler. Zum anderen führt der Spielleiter alle Würfelwürfe der Nichtspielerfiguren aus, wenn es z.B. zu einem Kampf kommt.
Der wichtigste Punkt, für den der Spielleiter zuständig ist, ist aber die Vermittlung der Umwelt der Abenteurer an ihre Spieler. Der Spielleiter beschreibt die Umgebung, gibt Erklärungen zu Gegenständen, beantwortet Fragen der Spieler. Er erzählt ihnen, was die Abenteurer sehen, riechen, hören, schmecken und fühlen. Er ist also der komplette Wahrnehmungsapparat der Abenteurer.
Lässt ein Spieler seinen Abenteurer eine Aktion durchführen, teilt der Spielleiter der Gruppe mit, welche Erfolge er hierdurch erzielt oder was passiert, wenn er scheitert.
In vielen Gruppen ist es üblich, dass der Spielleiter immer ein und dieselbe Person ist, also nie einen eigenen Charakter spielt. Es ist jeder Gruppe selbst überlassen, wie sie dieses regelt, allerdings ist es zumindest für unerfahrene Spieler ratsam auch einmal die Rolle des Spielleiters zu übernehmen, um das Spielgeschehen auch einmal aus der anderen Perspektive zu erleben.
Es ist davon abzuraten, dass der Spielleiter zusätzlich zu seiner Tätigkeit auch noch ein festes Gruppenmitglied spielt, da sich dieses nur selten mit seinem Wissen über das Abenteuer verträgt. In einigen Abenteuern lässt es sich allerdings aufgrund der Hintergrundgeschichte nicht umgehen, dass der Spielleiter einen Charakter mitführt.
Eine sehr viel umfangreichere Beschreibung, was Rollenspiel ist, findet man unter http://www.was-ist-rollenspiel.de/.
Eine etwas kürzere aber sehr prägnant geschriebene Erklärung findet man auch unter http://www.drosi.de/definition_rollenspiel.htm#erklaerung.
